Vortrag über die "Vision einer freien Wissensordnung"
„Ein Gespenst geht um im multinationalen Kapitalismus - Das Gespenst der freien Information.“
Wir laden für den 24. Januar um 20 Uhr zu einem Vortrag über die Piratenpartei und "Die Vision einer freien Wissensordnung" ein. Referent ist Dr. Michael Paetau, der Head des Center for Sociocybernetics Studies in Bonn ist. Stattfinden wird der Vortrag in Hörsaal 006 des Hörsaalgebäudes. Alle Mitglieder, Sympathisanten und Interessierte sind herzlich eingeladen vorbei zu schauen:
«Man kann das Phänomen Piratenpartei nicht verstehen, ohne den Charakter der politischen Auseinandersetzung, in deren Verlauf sie sich gegründet hat, in seiner ganzen gesellschaftspolitischen Tragweite verstanden zu haben. Es geht keineswegs nur um die Verteidigung von Bürgerrechten im Internet. Es geht um die grundlegende Frage, welche gesellschaftliche Wissensordnung sich in den aktuellen politischen Auseinandersetzungen herausbilden wird und was das für die Gesellschaft insgesamt bedeutet.
Dr. Michael Paetau (Head des Center for Sociocybernetics Studies in Bonn) wirft die Frage nach Verschiebungen gesellschaftlicher Macht- und Herrschaft im Zuge der sogenannten »digitalen Revolution« auf und beschreibt einen sozialen Konflikt, der sich aus der Entwicklung der gesellschaftlichen Kommunikationsverhältnisse speist: Die Gesellschaft befindet sich wie zur Zeit der ursprünglichen Akkumulation - der historischen Überführung der Commons/der Allmende in privaten Großgrundbesitz im 18. Jahrhundert - an einem Kreuzweg, der nicht nur die Besitz- und Eigentumsverhältnisse, sondern in deren Folge auch die gesamte Lebensweise der Menschen verändert.
An diesem Kreuzweg werde entschieden, ob sich die proprietären Prinzipien auf der Basis rein marktwirtschaftlicher Regulierungen durchsetzen werden. Oder ob sich eine gesellschaftliche Wissensformation herausbildet, in der die freie gemeinschaftliche Verfügung von Wissen vorherrscht und der Umgang mit Wissen derart gestaltet ist, dass emanzipatorische Potenziale in der Gesellschaft frei gesetzt werden und eine freie Wissensordung entsteht.
Der Referent geht dabei auf Akteure, Konfliktfelder und Konzepte des Kampfes um die Wissensordnung ein:
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Begriff und Dimensionen der Wissensordnung werden bestimmt
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Der Angriff auf die Wissensallmende und das Eintreten gegen eine Unterwerfung unter Verwertungsinteressen werden dargestellt
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Unterschiedliche Konzepte, die gegen die Warenförmigkeit von Wissen eintreten und den offenen Zugang zu Wissen und Kulturgütern sowie deren freie Verwendung für kreative Prozesse fordern, werden vorgestellt
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Ist das Gemeinschaftsprinzip der »Free Software«-Bewegung unter den Bedingungen des kapitalistischen Weltmarktes möglich oder Keimform neuer gesellschaftlicher Verhältnisse?
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Ist der Schutz der Privatsphäre Grundbedingung einer »informationellen Selbstbestimmung« und damit der Autonomie des Individuums gegenüber externen Steuerungsversuchen?
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Zusammenhang von Emanzipation und freier Wissensordnung
Hier finden sich weitere Materialien für die Veranstaltung: - Plakat
- Flyer (kurz) PDF
- Flyer (lang) PDF
