Im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks haben alleine in Marburg am heutigen Mittwoch Mittag etwa 500 Betroffene gegen die geplanten Kürzungen an vielen öffentlichen Einrichtungen und Missstände im Bildungssystem protestiert. Nicht nur Studierende, sondern auch Schüler, Eltern und Lehrer schlossen sich zunächst zu einem Demonstrationszug zusammen, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Nach einer gemeinsamen Zwischenkundgebung mit Reden von Schülern und Studenten am Hanno-Drechsler-Platz zogen beide Gruppen gemeinsam weiter über den Marktplatz bis zur Elisabethkirche.
Die Kritik gegenüber den für die Kürzungen verantwortlichen Ministerien beschränkte sich nicht nur auf die finanziellen Einsparungen durch den Hochschulpakt, sondern vor allem auf eine Reform des durchweg auf Konkurrenzdenken ausgerichteten Bildungssystems. Hauptforderung war nicht der finanzielle Ausgleich, sondern die Schaffung von Kompetenzen und Freiheiten, um für die Zukunft individuell denkende Menschen auszubilden. Nach Aussagen eines Sprechers des Bildungsstreikbündnisses versuchen einzelne Kommunen die bundesweite Logistik von Demonstrationen durch Einschränkungen des Versammlungsrechts zu erschweren.
Den ungünstigen Umständen zum Trotz haben viele Bürger den Weg auf die Straße gefunden. Diese Grundhaltung bestärkt die Marburger Piraten, auch weiterhin ihre strikte Ablehnung dem Hochschulpakt gegenüber verlauten zu lassen.