Im Rahmen der zu erwartenden Kürzungen von Landesmitteln ist das Angebot des Botanischen Gartens auf den Lahnbergen finanziell anscheinend nicht mehr tragbar. Nach der angekündigten Schließung für den öffentlichen Besucherverkehr ab Juli hat die Universitätsleitung nun beschlossen, einen Teil des Angebots zu "kompostieren". Mit Orchideen und Rhododendren verliert einer der größten Botanischen Gärten Deutschlands nicht nur für die universitäre Lehre interessante, sondern auch für Besucher ansprechende Pflanzenarten.
Durch die Schließung verliert die Stadt eine wertvolle Freizeiteinrichtung und Grünanlage. Für viele Bürger ist die zweite Monatshälfte möglicherweise die letzte Gelegenheit, das außergewöhnliche Pflanzenangebot nochmals zu sehen. Wir rufen daher dazu auf, diese Chance wahrzunehmen und mit einer kleinen Spende den Schutz der bedrohten Arten zu gewährleisten: Besucht den Botanischen Garten, solange er noch steht!

Neben Marburg gibt es in Hessen noch botanische Gärten in Frankfurt, Gießen und Darmstadt, deren Betrieb ebenfalls durch Mittelkürzungen an den Hochschulen bedroht ist.
Die Marburger Piratenhochschulgruppe hält die Argumentation, dass der Artenschutz den "neuen Finanzierungsmöglichkeiten angepasst werden" muss, für polemisch und spricht sich für Patenschaften zur Bewahrung der gefährdeten Pflanzen aus. Hier zeigt sich in "bitterer Realität", welche Kreise die Sparmaßnahmen ziehen.