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Neue Rechte im Stupa

Die Oppositionsarbeit und der Geheimdienst, Gleichberechtigung und Hornhaut im Wernickezentrum

Oppositionsarbeit ist etwas feines. Man lehnt sich zurück, das einzige, was nötig ist, ist die Anwesenheit und ein bißchen Intellekt. Auch fünfe gerade sein lassen kann Oppositionsarbeit sein.

Nicht so die neue Rechte im Stupa. Diese Söhne im Geiste des mittlerweile glücklicherweise von der Bildfläche verschwundenen Lügenbarons Karl-Theodor (usw.) "von und zu" Guttenberg teilen ihre Existenz und Präsenz recht deutlich mit. Mehr nicht. Zeitverschwendung ist es aber alle mal.

Drolligerweise bedient sich jetzt gerade diese "neue Rechte" jener Strategien: Dialektik, innere Kritik, Blockadetechniken, Falschbehauptungen - die überhaupt erst durch den Parlamentarismus, den man ja weitestgehend ablehnt, möglich wurden, und die im übrigen einer ganz anderen politischen Kultur, dem Marxismus nämlich, zu gewissen Erfolgen verholfen haben.

Jetzt hat sich sozusagen eine Strategie "viral verbreitet" und in Parteien Einzug gehalten, denen man eine derartige Selbstentblößung nicht einmal im Ansatz zugetraut hätte.

Noch viel lustiger ist, dass diese Fraktion offensichtlich nach allem greift, dessen sie habhaft werden kann. So zum Beispiel den Sexismus in der Satzung. Dort gibt es Stellen, die tatsächlich sexistisch sind: sie bevorzugen ein Geschlecht (in Marburg jetzt historisch gewachsen: die Frauen) gegenüber dem anderen. Jetzt wurden also Flyer verteilt, die rabulistische Rhetorik, gesetzt wie ein Abmahnschreiben eines verarmten Scheidungsanwalts - aber in astreiner Piratenstrategie - diesen inneren Widerspruch aufgreifen. Anders als bei Piraten wird dann aber auf einer mündlichen Debatte beharrt und im Parlament rumgepöbelt. Da frage ich mich dann wiederum, ob vielleicht gewisse Ängste oder Defizite im Umgang mit Frauen eine gewisse Rolle spielen. Genau, wie manche Parlamentarierin androphob argumentiert.

Meine eigene Position zu dieser Einrichtung ist, dass ich Sexismus in keiner Form gutheiße - auch nicht in dieser. In meiner Partei sind wir bekanntlich alle transsexuelle Eichhörnchen, wir erheben nicht einmal das Geschlecht unserer Mitglieder. Ich sehe aber auch, dass wenn die Mehrheit bestimmt, es solle anders sein, ich wenige Argumente dagegen habe.

Inhaltlich schienen insbesondere die sogenannten "autonomen Referate" ein Problem darzustellen für diese neue Form der Opposition. Um dies für Aussenstehende zu erklären: "autonome Referate" bezeichnet aus dem allgemeinen Etat bezahlte Personen, die sich um die Belange von Gruppen kümmern, die man als Opfer systematischer Diskriminierung bezeichnen könnte. Das sind z.B.: Behinderte, Homosexuelle, Ausländer (gemeint ist wohl nicht die formale Nationalität, sondern das soziale Konstrukt) usw.

Im Grunde ist die Situation vergleichbar mit Geheimdiensten und ähnlichen Einrichtungen des Staates wie den "V-Leuten" des Verfassungsschutzes - da werden Gelder freigegeben, ohne, dass das Parlament die Personen kennt oder die genaue Verwendung.

Die Namen dieser Personen sind nicht öffentlich bekannt. Der Etat dieser "autonomen Referate" hingegen unterliegt wie jede andere Aufwendung des AstA auch der parlamentarischen Kontrolle. Und in dieser Situation läßt sich also jemand in den Rechnungsprüfungsausschuß wählen und agitiert lautstark, emotional und teilweise unter der Gürtellinie gegen dieses Vorgehen.

Wenn man auf Minderheiten eindrischt, weil man keine anderen Hobbys hat, weckt dies üble Anklänge. Auch wenn das vielleicht nicht einmal so gedacht war, sieht das doch insgesamt so aus, als habe die "neue Rechte" Schwierigkeiten, die genannten Menschen in ihrer Umgebung zu Akzeptieren. Wenn ich bedenke, dass sich künftige Politikergenerationen aus dieser Population bedienen werden, die jetzt schon fundamentalistisch und marktradikal gleichgeschaltet argumentiert, die jetzt schon klarmachen, dass alle ihre Auffassungen feststehen, dass dies in den Reihen z.B. der CDU wohl geradezu eine Empfehlung darstellen muss, wird mir übel. Vor allem wenn man bedenkt, dass eben dies wahrscheinlich schon seit 47 Jahren läuft und in der CDU eben nur aufsteigt, wer sich so präsentiert.

"Armes Deutschland" sage ich da. Agitatoren, Hilfssherrifs sind das. Dumpfes Gebrüll, das man so nur aus den dunkelsten Zeiten der Geschichte kennt, oder von gewissen geistig zurückgebliebenen Regierungen von Teilstaaten der Bundesrepublik. Genau die Sorte Mensch, deren Kinder als gewalttätige Bildungsverweigerer die Straßen ihrer Heimat unsicher machen werden.

Gelächter erscholl im Deutschhauskeller, als von "lesbischen schwarzen behinderten" (oder so ähnlich) die Rede sein mußte. Die hätten ja eine viel größere Möglichkeit ihrer Repräsentation im AstA. Laut wurde gelacht und sich zugeprostet. Sollen sie doch haben, ist meine Antwort. Immerhin haben die sich offensichtlich sinnvoll politisch organisiert - anders als unsere "neue Rechte". Lachen ist da nicht nur die beste Medizin, es ist die einzige Rettung. Wer da nicht lacht, verbrennt sich doch das Hirn.

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